Dieser Antrag beschreibt die wissenschaftliche und organisatorische Fortsetzung eines Projektes, das in den beiden vergangenen Jahren bearbeitet und teilweise modifiziert wurde. Gegenstand der numerischen Untersuchungen ist weiterhin das Verhalten und die Stabilität hydrodynamischer und thermischer Prozesse in der Schmelze oxidischer Kristalle, die am Leibniz-Institut für Krisallzüchtung (IKZ) hergestellt werden. Diese Einkristalle haben eine grosse wirtschaftliche Bedeutung für Halbleiterschaltkreise und optoelektronische Bauelemente. Das behandelte Problem ist aber auch aus der Sicht der diskreten Mathematik interessant, weil es einen ganzen Komplex von numerischen Einzelproblemen enthält, die miteinander wechselwirken und einen komplizierten Lösungsraum aufspannen. In der Arbeitsgruppe des Antragstellers gibt es bereits umfangreiche Erfahrungen bei der Nutzung des HLRN-II-Systems. Im Jahr 2010 wird die Weiterentwicklung der Software im Vordergrund stehen. Zwei neue Mitarbeiter (Dipl. Math.) werden das modular aufgebaute Softwarepaket AptoFEM weiterentwickeln und auf HLRN-II testen. Das Programmpaket AptoFEM basiert auf der Finite-Elemente-Methode mit unstrukturierten, hybriden Gittern in 2D und 3D. Es bietet die Möglichkeit der hp-Adaptivität mit Polynomen beliebiger Ordnung. Insbesondere die Methode der Parallelisierung wird ein Schwerpunkt sein. Erste Erfahrungen mit einem 3D-Multigrid-Solver für transiente 3D-Probleme zeigen, dass eine Kontingentaufstockung dringend erforderlich wird. Darüber hinaus soll auch eine Variante mit "Domain Decomposition" parallelisiert werden. Für eine komfortable Softwareentwicklung wird das kleine HLRN-Referenzsystem am IKZ entsprechend der ICE2-Architektur ausgebaut. Dazu wird ein "Nehalem-Compute-Node" in den bestehenden Cluster integriert.