Ziel des vorliegende Projektes ist es, mit einem 1-Seemeilen-Modell der Ostsee auf Basis von MOM4 realitätsnahe Simulationen der Periode 2002-2008 durchzuführen, um den Beitrag von Auftriebsereignissen zur Nährstoffversorgung der sommerlichen Deckschicht zu quantifizieren. Dazu müssen die mesoskaligen Strukturen, wie Filamente und Wirbel, die sich mit Skalen von 5-50km von den Auftriebszellen ablösen, adäquat aufgelöst werden. Das Aufquellen von kaltem, nährstoffreichem Wasser in der Nähe von Küsten ist ein wichtiges Phänomen der physikalisch-biologischen Wechselwirkung in Ozeanen und Randmeeren, wie der Ostsee. Signifikante Auftriebsereignisse werden bei Windepisoden mit ausgeprägter küstenparalleler Komponente über Zeitskalen von einigen Tagen bis Wochen beobachtet. So tritt zum Beispiel in der zentralen Ostsee bei Südwestlagen Auftrieb vor der schwedischen Küste und östlich von Gotland auf, während nordöstliche Winde Auftriebsereignisse längs der lettischen und litauischen Küste erzeugen. Auftriebsereignisse in der Ostsee sind durch Satellitenbilder eindrucksvoll dokumentiert, z. B. Krezel et al. 2005, Siegel et al. 2008. Modellsimulationen zum Auftrieb wurden z.B. von Lehmann et al. (2002) und von Kowalewski und Ostrowski (2005) publiziert. Neu an dem hier beantragten Projekt ist die Anwendung eines neuen Modells, das die gesamte Ostsee mit hoher Auflösung behandelt. Neue Messungen von Lass (2008) im östlichen Gotlandbecken zeigen, dass Auftriebsereignisse (und das Downwelling an der gegenüberliegenden Küste) die Deckschicht bis ca. 50m Tiefe beeinflussen. Mit dem HLRN-II ist die Möglichkeit gegeben, diese dynamischen Prozesse mit der erforderlichen Auflösung in der gesamten Ostsee zu simulieren und ihren Beitrag zum Einmischen von Nährstoffen aus tieferen Wasserschichten in die euphote Deckschicht quantitativ anzuschätzen.